Einsatz für die Hochleitungsingenieure. Ihr Job: Störungen und Schäden an den Starkstromtrassen Europas reparieren.
Windstill und sonnig - das bedeutet Einsatz für die Hochleitungsingenieure. Denn nur bei optimalem Wetter fliegen Hubschrauber die Männer zu ihrem Arbeitsplatz. Ihr Job: Störungen und Schäden an den Starkstromtrassen Europas reparieren. Über diese Hochspannungstrassen fließen 380.000 Volt. Bei einer Hubschrauber-Reparatur werden nur die Kabel abgeschaltet, die unmittelbar neben den zu reparierenden liegen. Die anderen bleiben weiter unter Spannung. Um die Sicherheit für die Männer zu erhöhen, werden die abgeschalteten Leitungen zusätzlich geerdet. Trotzdem, dieser Job fordert immer volle Konzentration.
Gunther Blasack, Pilot: "Also Routine darf es nie werden, grundsätzlich. Jeder Flug ist anders, jede Reparaturstelle ist anders und man muss das von Stelle zu Stelle entscheiden, wie man das fliegt."
Letzte Vorbereitungen am Hubschrauber. Während des Auftankens wird die Reparaturstrategie unter den Männern ein letztes Mal abgesprochen. Denn Fehler können hier tödlich enden. In einem Stahlkorb, der unter dem Hubschrauber befestigt ist, fliegen sie zur defekten Leitung. Ein Arbeitsplatz in luftigen Höhen. Das Team ist ständig in Telefon-Kontakt mit dem Hauptschaltwerk. Von dort wird der Starkstrom der Trasse abgeschaltet. Erst dann kann die Reparatur beginnen. Der Einsatz stellt an den Piloten höchste Anforderungen. Gunther Blasack flog früher Rettungseinsätze und weiß um die Gefahren. Er hat die Notfallszenarien tausend Mal im Kopf durchgespielt.
Gunther Blasack, Pilot: "In extremen Situationen, also, wenn sich jetzt der Korb verfangen sollte in der Leitung, kann ich nicht abspringen, damit ich überlebe, denn es hängen unten Leute dran und die will ich wieder mitbringen."
Ein Kontrollteam hatte die Beschädigung an der Blitzschutzleitung neulich entdeckt. Vermutlich entstanden bei einem Gewitter. Die Polizei hat den Verkehr inzwischen gestoppt, die Straße gesperrt, um Unfälle zu vermeiden. Jetzt kann es endlich losgehen: Die Hochleitungsinstallateure müssen schnell arbeiten. Denn jede Abschaltung kostet Millionen. Der lose Draht wird mit Aluminiumschlangen fixiert. Nach 15 Minuten ist die Reparatur aus der Luft abgeschlossen, jetzt heißt es zwischenlanden, tanken und dann direkt wieder los. Denn heute stehen noch fünf andere Masten zur Reparatur an. Die Stromleitung wird direkt wieder in Betrieb genommen. Je schneller der Strom wieder fließt, umso besser. Denn ein Stromausfall kann schlimme Folgen haben: Stehen keine Notstromaggregate zur Verfügung, kann es zu Versorgungsengpässen, regelrecht zum Kollaps einer ganzen Stadt kommen.